FORTBILDUNGSREIHE KUNSTTHERAPIE

Kunsttherapie ist in klinischen und außerklinischen Bereichen beliebt und anerkannt als Behandlungsform und allgemein als Unterstützung von psychischen Entwicklungs- und Selbstfindungsprozessen. Sie fördert Kreativität und bezieht ihre besondere Wirksamkeit aus der Verbindung von menschlich tragender Beziehung und kreativ-künstlerischen Prozessen.

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Das IKT München bietet an

  • eine vierjährige Weiterbildung zum Kunsttherapeuten (eine Informationsbroschüre ist im Sekretariat erhältlich)
  • und vorbereitend oder ergänzend eine Seminarreihe als Trainingsjahr (Grundlagenkurs).

In dieser Fortbildungsreihe von sechs Seminaren werden kunsttherapeutische Grundlagen und spezielle Methoden vermittelt.

Sie wendet sich an:

  • InteressentInnen, die sich für die Weiterbildung in Kunst- und Gestaltungstherapie am Institut für Kunst und Therapie München (IKT) interessieren. Wird die 4-jährige Weiterbildung belegt, wird die Seminarreihe auf diese angerechnet und zusätzlich als Orientierungsseminar anerkannt.
  • InteressentInnen aus therapeutischen, psychosozialen und künstlerischen Berufen, die Grundlagen und Methoden der Kunsttherapie kennen lernen wollen, z. B. um sie in ihrem Berufsfeld einzusetzen.
  • KunsttherapeutInnen, die ihr Repertoire erweitern und spezielle Methoden der Kunsttherapie kennen lernen und erfahren wollen.

In den Veranstaltungen wird der Umgang mit kunsttherapeutischen Prozessen auf der Basis von Selbsterfahrung, Reflexion und theoretischen Erläuterungen vermittelt. Die Methoden sind jeweils in den folgenden Ausschreibungen beschrieben.

Die Arbeitszeit pro Wochenende beträgt jeweils 21 Unterrichtsstunden.

„Die Kunst ist, statt eines Objektes, das von einer Person hergestellt wurde, ein Prozess, der von einer Gruppe in Bewegung gebracht wird ... Sie bedeutet nicht, dass jemand etwas sagt, sondern, dass Leute etwas tun, dass jedermann die Chance gegeben wird, Erfahrungen zu machen, die er sonst nicht mehr gemacht hätte." - John Cage

 

Seminare

Elke Lausberg „Symbol- und Ressourcenarbeit” …mehr

In Märchen begegnen wir einer Fülle von Symbolen und Archetypen. Wir werden ermutigt, neue Wege einzuschlagen, kreative Lösungen zu finden und mit Optimismus schwierige Lebensproben zu bestehen.

Das Märchen "Vom Wasser des Lebens" wird Ausgangspunkt sein, uns dem Archetyp des Helden gestalterisch zu nähern und uns in eigenen Bildserien in die Bereiche der Polaritäten von fest und flüssig, Anhalten und in Fluß bringen, Ruhe und Bewegung einzufühlen. Probehandelnd können neue Vorgehensweisen gestalterisch erlebt werden, um Stagnation aufzuweichen oder Inseln der Ruhe zu finden.

Material (bitte mitbringen): Jaxon-Ölpastellkreiden, Acrylfarben, Borstenpinsel in verschiedenen Größen, Mallappen, Malpapier DIN-A 2

Zur Person: Malerin (Kunstakademie München), Kunsttherapeutin, langjährige kunsttherapeutische Praxis (HPG), kunsttherapeutische Arbeit mit strafgefangenen Sexualtätern und jugendlichen Untersuchungsgefangenen, langjährige Erfahrung in der Erwachsenenbildung, Supervision (Arbeit mit kunsttherapeutischen Methoden).

Prof. Dr. Christine Mechler-Schönach „Bild.Sprache I und II” …mehr

ZU DEN BESONDEREN MÖGLICHKEITEN DER KUNSTTHERAPIE

Die BILD.SPRACHE als zentrale Basis kunsttherapeutischer Praxis und Theorie eröffnet besondere Möglichkeiten des Verstehens und Kommunizierens. Anhand von Theorie- und Praxisbeispielen und auf dem Hintergrund einer selbsttätigen und selbstreflexiven Auseinandersetzung mit kunsttherapeutischen Methoden sollen spezifische Vorgehens- und Wirkweisen der kunsttherapeutischen Arbeit erfahrbar werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kunsttherapeutischen und künstlerisch-experimentellen Methoden, bei denen das Spielerische, das Assoziative, das Zu-Fallende eine wichtige Rolle spielen. Mithilfe verschiedener Formen seriellen Malens, Zeichnens und Schreibens werden wichtige Grundsätze zum Eröffnen, Begleiten und Abschließen von kunsttherapeutischen Prozessen exemplarisch nachvollziehbar. Dadurch können Zugänge eröffnet werden zu – oft brachliegenden oder blockierten – schöpferischen Potentialen, die in der kunsttherapeutischen Arbeit als Teil der Selbstregulierungskräfte und als Hilfe bei der Bewältigung von Krisen oder Krankheit zur Verfügung stehen.

Material (bitte mitbringen): Bleistifte, Farbstifte, flüssige Farben nach eigener Wahl (Gouache- oder Acryl- oder Wasserfarben); viel Papier für Serienarbeiten - in kleinerem Format z. B. Kopierpapier o. ä.; ein paar größere Papiere...

Zur Person: Dr. phil. (Studium der Erziehungswissenschaften und Psychologie); graduierte Kunsttherapeutin (Ausbildung am IKT München und Aufbaustudium „Bildnerisches Gestalten und Therapie" an der Akademie der Bildenden Künste in München; Graduierung beim DFKGT); Professorin an der Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen

Christofer Schopf „Der eigene Weg zur Kunsttheraphie und die Bedeutung der Selbstfürsorge” …mehr

Welcher Ruf hat mich zum Thema Kunst und Heilen geführt? Ein ausreichender Zugang zur eigenen Verwundungs- und Heilungsgeschichte, ein Wissen um die eigene Motivation, und die Fähigkeit eigene Belastungen wahrnehmen und „versorgen" zu können, gehört zu den grundlegenden Notwendigkeiten therapeutischer Arbeit.

Wir werden uns zu diesen Aspekten Gedanken und Gestaltungen machen und dabei unsere Aufmerksamkeit im Besonderen auf den Aspekt der Selbstfürsorge und auf die Gruppe als Halt gebendes Feld richten.

DIE BEDEUTUNG VON SICHERHEIT UND GELASSENHEIT IM SCHÖPFERISCHEN TUN

Sich einlassen zu können, auf was auch immer, setzt voraus, dass ich mich ausreichend sicher fühle in mir selbst, an dem Ort, mit den Menschen, mit dem was geschieht. In Belastungssituationen ist genau das nicht gewährleistet.

Was hilft dazu eine solche Atmosphäre wieder herzustellen?

Was gibt uns Sicherheit, was  ermöglicht es, uns selbst und die anderen wieder lassen zu können?

Was trägt dazu bei, sich in einem Raum mit anderen Menschen ausreichend wohl zu fühlen und so wieder lebendige Verbindung zum eigenen schöpferischen Potential zu bekommen?

Wir werden uns auf vielfältige Weise mit diesen Fragen beschäftigen. Die grundlegende Idee dahinter ist, dass Kunsttherapie in besonderem Maße dazu geeignet ist Selbstheilungsprozesse in Gang zu setzen, wenn es gelingt ein ausreichendes Maß an innerem und äußerem Wohlwollen wieder zu erleben.

Material (bitte bei beiden Seminaren mitbringen): Bildtagebuch bzw. Skizzenbuch und dafür passendes Gestaltungsmaterial, Kreppband, Schere, Klebestift und einen persönlichen Gegenstand.

Zur Person: Kunsterzieher, Kunsttherapeut (DFKGT), Heilpraktiker, Seit über 25 Jahren in der Psychiatrie (jetzt ausschließlich in der Soteria) als Kunsttherapeut tätig, Supervisor und Therapeut in freier Praxis, Dozent bzw. Supervisor am IKT und am Aufbaustudium der Akademie der Bildenden Künste München.

Peter Trocha „Die Ich-Symbole: Sonne, Baum, Haus” …mehr

Diese Symbole begegnen uns erstmalig in den Kinderzeichnungen und erhalten dort, neben ihrem zunächst realen Sinngehalt und ihrer unmittelbaren Bildfunktion, schnell eine Bedeutung als Symbol der psychischen Befindlichkeit. Wir alle bedienen uns auf eine eher unbewusste, intuitive Weise dieser Symbole. Seit Jahrtausenden scheinen sie dem Menschen auf selbstverständliche Weise zur Verfügung zu stehen.

Um mit diesen Sinnbildern kunsttherapeutisch umzugehen, bedarf es weniger eines konkreten Deutungskataloges, im Sinne einer Übersetzungshilfe, als vielmehr einer eigenen Annäherung. Für jeden Menschen lässt sich der konkrete subjektive

Bedeutungsinhalt eines Symbols auf einem spontanen Bild, nur vor dem Hintergrund und nur auf der Basis dessen individuellen Lebenslaufes verstehen.

An diesem Wochenende werden wir durch Selbsterfahrung mit bildnerischen Mitteln den Gemeinsamkeiten und Unterschieden dieser drei Symbole in ihrer Trägerfunktion für das seelische Erleben nachgehen, wir werden uns allgemein den Symbolen in Zeichnungen/auf Bildern, als Ausdruck des eigenen Ich/Selbst zuwenden und daraus kunsttherapeutische Zugangsweisen ableiten.

Material (bitte mitbringen): Möglichst großformatiges Papier (Rolle), flüssige Farben, Farbgefäße und Pinsel.

Zur Person: Dipl. Sozialpädagoge, studierte am IKT von 1993 bis 1997 Kunst- und Gestaltungstherapie. Er arbeitet unter anderem mit HIV positiven Kindern, bildet pädagogisches Fachpersonal in unterschiedlichsten Themenbereichen (z. B. kindliche Zeichenentwicklung, Kreativitätsförderung, Arbeit mit dem Bild) fort. Seit einer weiteren

 

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Organisatorisches

Termine und Zeiten:

26.-28.01.2018
BILD.SPRACHE I - ZU DEN BESONDEREN MÖGLICHKEITEN DER KUNSTTHERAPIE

23.-25.02.2018
BILD.SPRACHE II - ZU DEN BESONDEREN MÖGLICHKEITEN DER KUNSTTHERAPIE

23.-25.03.2018
DIE ICH-SYMBOLE: SONNE, BAUM, HAUS

27.-29.04.2018
SYMBOL- UND RESSOURCENARBEIT

22.-24.06.2018
DER EIGENE WEG ZUR KUNSTTHERAPIE UND DIE BEDEUTUNG DER SELBSTFÜRSORGE

20.-22.07.2018
DIE BEDEUTUNG VON SICHERHEIT UND GELASSENHEIT IM SCHÖPFERISCHEN TUN

Seminarzeiten jeweils:

Freitag 18.00 bis ca. 21.00 Uhr

Samstag 9.00 bis ca. 18.00 Uhr

Sonntag  9.00 bis ca. 15.00 Uhr

Im Anschluss an das letzte Seminar findet nach einer kurzen Pause eine detaillierte Vorstellung der berufsbegleitenden 4-jährigen Weiterbildung am IKT statt.

Bei Interesse planen Sie Ihre Rückreise bitte erst gegen 17:30 Uhr.

KOSTEN UND ORGANISATION

Die Kosten für den Grundlagenkurs/Trainingsjahr betragen 230,- € pro Wochenende (insgesamt 1.380,- €).

Die Bewerbung sollte bis spätestens 15. Dezember 2017 erfolgen und ist für alle sechs Seminare verbindlich. Da es sich um eine Fortbildungseinheit handelt, können die Seminare nicht einzeln gebucht werden.

Zahlungsweise: Anzahlung von je 80,- € pro Seminareinheit (insgesamt 480,- €) bis 15.12.2017 auf das Konto des IKT mit dem Vermerk ‚Trainingsjahr’. Sobald die Anzahlung eingeht, ist der Platz verbindlich reserviert.

HypoVereinsbank München
IBAN: DE84 7002 0270 1890 1827 27
SWIFT: HYVEDEMMXXX)

Die restliche Seminargebühr von 150,- € ist dann jeweils unaufgefordert vier Wochen vor Beginn des Seminars zu überweisen. In Härtefällen ist eine Ermäßigung möglich.

Bei einem Rücktritt bis zum 15. Dezember 2017 fällt eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 50,- € an. Später ist ein Rücktritt nur möglich, wenn ein anderer Teilnehmer nachrückt.
Bitte beachten Sie, dass es sich um eine platzbeschränkte Veranstaltungsreihe handelt, die bereits vor Bewerbungsschluss ausgebucht sein kann. Die Bewerbungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt.

Der Bewerbungsbogen kann hier heruntergeladen oder im Sekretariat angefordert werden. Diesen Bogen ausgefüllt, mit Passfoto, tabellarischem Lebenslauf und einer handschriftlichen Teilnahmemotivation bitte an das Sekretariat des IKT per Post oder als Scan mailen.

Dort können auch weitere Informationen zur Weiterbildung angefordert werden, eine Wegbeschreibung sowie eine Liste günstiger Übernachtungsmöglichkeiten.

Die Teilnahme am Trainingsjahr wird auf die vierjährige Weiterbildung in Kunsttherapie angerechnet. Die Weiterbildung schließt mit einem staatlich anerkannten Hochschulzertifikat ab (Hochschulinstitut für Künstlerische Therapien der HfWU, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (www.hkt-nuertingen.de).

Kategorie: Trainingsjahr / Grundlagenkurs